Der Turnverein Biebernheim 1893 heilt in seinem Vereinslokal „Zum Rebstock" seine längst fällige Generalversammlung ab und konnte seine ausgiebige Tagesordnung fliesend abwickeln. Erschienen waren alle älteren Mitglieder, es fehlten nur die Turnerinnen. Der 1. Vorsitzende Arnold Weber eröffnete mit herzlichen Begrüßungsworten die Versammlung und gedachte der Toten des Vereins und der gefallenen Kameraden der beiden Kriege. Der vorgesehene Kassenbericht musste wegen dienstlicher Verhinderung des Kassierers zurückgestellt werden.
Sodann gab der Vorsitzende dem Oberturnwart das Wort zum Jahresbericht über das abgelaufene Turnjahr. Der führte aus wie er den ganzen Turnbetrieb nur mit Schülern aufrecht erhalten und nach außen vertreten musste, da ja alle anderen Turner wegen Fehlen des Übungssaales ausgefallen war. So konnte das Bezirksturnfest in Bacharach besucht und die Jugendlichen mit Siegersträußchen, Urkunden und strahlenden Augen wieder heimgebracht werden. Die älteren Turner konnten sich dort nur mit leichtathletischen Übungen durchsetzen und die Turnerinnen nur als Schlachtenbummler den Fest besuchen. Der Turnfahrtentag am Himmelfahrtstag brachte die Jugendlichen zu den Feindlichen Brüdern bei Bornhofen. Eine Grußkarte an den Vorsitzenden des Turnverbandes Mittelrhein Herr Anton Müller Koblenz vervollständigte den schönen Wandertag.
Gleichzeitig besuchte der Oberturnwart im vergangenen Jahr auch das Gaualterstreffen in Rhens, den Landesturntag in Boppard, sowie den Gauturntag in Arzheim bei Koblenz. Von überall kam er angereichert mit Erfahrungen und Zielen für das neue Turnjahr zurück um alles für den Verein zu verwerten. So kam es, dass im nächsten Punkt der Tagesordnung bei der Neuwahl des 1. Vorsitzenden auf Vorschlag der Oberturnwart auch dieses Amt übernahm. Schon einmal im Jahre 1950 war es der Oberturnwart Preiss der den Anschluss des Vereins nach dem Kriege wieder zum Turnerbund herstellte, denn in Steeg war gerade Gründungsversammlung der noch bestehenden Turnvereine.
Und seit dieser Zeit gab es keine Ruhe mehr im Verein, immer war etwas los im Verein und schöne Feste und Veranstaltungen brachten Dorfgemeinschaft in den Vordergrund. Die Kündigung des Turnlokals setzte den Vereins auf die Straße und die Einstellung des Turnbetriebs. Schülerinnen und Schüler mussten sich in den wenigen Sonnentagen des Jahres notdürftig auf Ihre Jugendfeste ausbilden um wenigstens den Verein nach außen am Leben zu erhalten. Ein Antrag an die Gemeindeverwaltung um Übereignung des Sportplatzgeländes als Vereinseigentum wurde eingereicht und einstimmig von der Gemeindevertretung befürwortet. So war die Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichts notwendig und die Abstimmung auf Antrag des Vorsitzenden wurde einstimmig angenommen. |